Schule am Schloss

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Eine Legende geht

Eine Legende geht.

Hausmeister Helmut Kirchner geht in den Ruhestand.

Emotional verlief der letzte Schultag an der OBS Liebenburg für Hausmeister Helmut Kirchner. Zum 21. Dezember ging die gute Seele der Schule nach 20 Jahren Hausmeistertätigkeit endgültig in den wohlverdienten Ruhestand.

Kirchner war stets Ansprechpartner für schulinterne Probleme aller Art (kaputte Türschlösser und Mobiliar), Anlaufstelle für externe Handwerker, Essenslieferanten für das Schulessen, Reinigungskräfte und omnipräsenter Wächter über das gesamte Schulgelände, ob am Tage oder in der Nacht, in der Schul- oder Ferienzeit. Vor allem die Schulkinder sind traurig, wurden sie doch jeden Tag morgens vor der Schule mit ein paar aufmunternden Worten von Hausmeister Kirchner empfangen. Ein bisschen „Opa“ für die gut 330 Schüler, das „Mädchen für alles“ und der Hüter der Schule – das alles war Helmut Kirchner 20 Jahre lang. Und wenn es sein musste auch mal strenger Wächter über Nachsitzer mit „Spezialaufgaben“ auf dem Schulgelände.

Damit ist jetzt Schluss, nach vier Jahrzenten Einsatz für den öffentlichen Dienst hängte Helmut Kirchner Ende. Dezember höchst feierlich seinen altbekannten blauen Hausmeisterkittel mit dem Funktelefon in der Brusttasche für immer an den Haken: „Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge in den Ruhestand“, verrät der sympathische 65-jährige Kirchner während seines Abschiedes in der Schulkantine und muss etwas nach Fassung ringen.

Insgesamt 25 Jahre verbrachte Kirchner beim Bundesgrenzschutz in Bonn und Goslar, bevor er als ursprünglich gelernter Elektriker 1998 an die Haupt-u. Realschule in Langelsheim als Hausmeister wechselte. Hier in Liebenburg stieg er vor 14 Jahren in den hausmeisterlichen Dienst der Schule ein.

Schnell war er für seine Verlässlichkeit und immerwährende gute Laune bei Lehrkräften und Schülern bekannt und geliebt. Sein Markenzeichen: Unbürokratischer Pragmatismus gepaart mit schnellem Handeln und zuweilen einem provokanten Spruch. Egal ob Wochenende oder normaler Werktag, das Schultelefon war grundsätzlich immer besetzt. Ein Konzept, das für das Kollegium hundertprozentig aufging.

Zu seinen größten Projekten gehörte sicherlich die vor zwei Jahren begonnene energetische Kernsanierung der Schule. Kirchner war immer die Schnittstelle zwischen den Architekten, Handwerkern und der Schule. Schlicht der Mann mit dem Überblick.

Den Tag nicht mehr in „seiner“ Schule zu beginnen, daran müsse er sich erst noch gewöhnen, sagte er schmunzelnd und fügte hinzu, „…das wird noch einige Zeit dauern“. Einziger Trost: Kirchner wird uns als Vertretung weiterhin - zumindest einige Tage - als Hausmeister für Vertretungsdienste zur Verfügung stehen.

In seinem Kleingarten warten derweil neue Herausforderungen und auch seine drei Kinder werden sich künftig über mehr Zeit mit Ihrem Vater freuen dürfen. Eines wird Kirchner auf jeden Fall nicht kennen: Langeweile!

Nachfolger Daniel Patze wird ab sofort motiviert die Geschicke der OBS Liebenburg regeln und tritt in Kirchners Fußstapfen. Wir wünschen ihm einen guten Start in Liebenburg.

Text u. Fotos: M.Kruppa