Schule am Schloss

Startseite | Kontakt | Sitemap | Impressum | Disclaimer | Datenschutzerklärung

Die Dinos sind los!


Berliner Kleinkunstbühne gastierte mit dem Dino-Figurentheater „Stll alive - the true story oft he dinosaurs“ in der Schule am Schloss und spielte vor den sechsten und siebten Klassen in der Aula.


Reiner Anding, professioneller Figurenschauspieler, nahm die Kinder der sechsten und siebten Klassen der Schule am Schloss mit auf eine Reise. Und zwar in eine Parallelwelt, in der nicht nur Dinosaurier lebendig sind, sondern selbige auch noch Englisch sprechen. Der Anlass: Eine besondere Englischstunde, die den Schülern die Leichtigkeit einer fremden Sprache näher brachte.

Alex und Sarah, Schüler der 7. Klassen lernen im Englischunterricht gerade etwas über Relativsätze und die Geschichte Schottlands. Damit sind sie gerade mal am Anfang ihrer Fremdsprachenkarriere. Dinosaurier sind ihnen eher fremd. Vielleicht auch gleichgültig. Trotzdem sitzen die Schüler recht ungeduldig in der Aula, wo sie gleich das englische Theaterstück "Still alive - the true story of the dinosaurs" über eben jene urzeitlichen Kreaturen sehen sollen.

Eine Vokabelliste half dabei, das Theaterstück zu verstehen

Im Vorfeld hat Schauspieler Reiner Anding den Lehrern sein pädagogisches Konzept zukommen lassen. Für die Schüler war eine Liste mit Vokabeln dabei. Bernd Hasselberg und Markus Kruppa, Englischlehrer an der Schule am Schloss, freuten sich darüber, ihren Schülern eine etwas andere Englischstunde bieten zu können. „Sie werden sicher nicht alles verstehen, dafür haben sie noch nicht genügend Vokabeln gelernt, aber aus dem Zusammenhang können sich die Schüler sicher einiges erschließen", freuten sich die beiden Pädagogen. Und tatsächlich: Reiner Anding weiß um den beschränkten Englischwortschatz seines jungen Publikums. Deshalb unterstreicht er mit eindeutigen Gesten und variantenreichem Minenspiel, was er sagt. Hätte er gar nichts gesagt, wahrscheinlich wäre die Geschichte an sich dennoch gut zu begreifen gewesen. Untergegangen wäre natürlich das liebevolle Geplänkel zwischen zwei Triceratops oder das pädagogisch wertvolle Konjugieren der Vokabel "to swim" (schwimmen) von drei sangesfreudigen Brachiosauriern. Sie trällern, während sie in einem Fluss aus blauen Tüchern baden, "swim, swam, swum....". Worum es in dem Theaterstück ging, haben die Kinder letztendlich tatsächlich begriffen. Auch wenn es unter den über hundert Schülern während des Zuhörens immer wieder Diskussionen darüber gab, was das eine oder andere Wort heißen könne.

In "Dino-Valley" wurden vor vielen Jahren etliche Saurierknochen gefunden, ein Museum eingerichtet. Als Touristenattraktion wird das beschauliche Dorf am Fluss seitdem vermarktet. Wirklich ernst nimmt aber kaum ein Besucher die naturhistorischen Hintergründe. Aber die jungen Liebenburger Zuschauer wissen seit der Performance mehr: Es gibt eine Parallelwelt, und in der leben die Dinosaurier noch immer, kämpfen gegen das Aussterben.

Den Schülern hat's gefallen. Jedenfalls hatten sie nach Ende der Vorstellung noch etliche Fragen an den Künstler. Wo er denn die Dinosaurier her habe, fragte ein anderer. Anding antwortete freundlich und ausdauernd. Seine Dinosaurier kaufe er in Spielwarengeschäften oder auf dem Flohmarkt. Allerdings habe er sie ordentlich bearbeiten müssen, damit sie so beweglich wurden, wie sie heute sind.

Reiner Anding verwendet seit 1977 die Spielformen des modernen Figuren- und Objekttheaters in seinen Soloprogrammen. In den USA hat er sein Handwerk gelernt, lebte dabei in einer kreativen Künstler-Kommune in San Francisco. Eine Zeit, die er nicht missen möchte. Er ist Absolvent der Berliner Schauspielschule "Ernst Busch", Autor, Szenograf, Musiker, Regisseur und Akteur. Mit seinem englischsprachigen Programm tourt er durch Schulen in ganz Deutschland, um Schüler zum Lernen der fremden Sprache zu motivieren. Sein Ziel ist es, ihnen einen alltäglichen Umgang mit ihr nahe zu bringen. Musik, Bühne, Musik, Text und Figuren eigentlich alles, was Anding für seine Aufführungen benötigt, stellt er selbst her. Und hinterließ damit bei den Schülern einen bleibenden Eindruck. Gut möglich, dass Anding und seine Dinos bald wieder in Liebenburg gastieren.

Text u. Fotos: M. Kruppa